Die seltsame Gräfin
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Edgar Wallace Fans aufgepasst, denn hier kommt etwas Altes auf völlig neue Weise daher. Edgar Wallace Hörspiele gab es ja schon eine ganze Reihe, beispielsweise aus den Hörspielschmieden Europa, Titania Medien oder Maritim. Was uns hier von Zaubermond Audio präsentiert wird, hebt sich von bisherigen Produktionen durch einen entscheidenden Punkt ab: Hier spricht ein Theaterensemble (Hamburger Krimi-Theaters Imperial) und zwar auswendig, wie bei einer Bühnenperformance üblich. Ergänzt werden die Schauspieler um Sprecher-Urgestein Jürgen Thormann, der die Rolle des Erzählers übernimmt. Zudem wurde für die Aufnahmen eigens eine alte Villa angemietet, um eine authentische Klangkulisse zu schaffen. Das klingt ungewöhnlich und interessant, hoffentlich ist es auch überzeugend.

Die junge Gehilfin in einer Anwaltskanzlei, Lois Reddle, bekommt überraschend eine gut bezahlte Anstellung bei Gräfin Eleonore Moron offeriert. Ein Angebot, das man kaum ablehnen kann. Aber nicht nur die gut bezahlte Stellung ist eigenartig. Lois wird seit einiger Zeit von einem Detektiv beschattet und zudem kommt es für sie zu einer mehr als merkwürdigen Begegnung im örtilichen Gefängnis. Was verbindet die junge Frau mit der vor 25 Jahren wegen Mordes verurteilten Mrs. Pinder und welches Interesse hat die Gräfin an ihr? Zudem umgibt sich die adlige Hausherrin mit einer ganzen Reihe eigenartiger Personen, u.a. ein vorbestrafter Butler und ein trunksüchtiger Arzt. Fragen über Fragen, die es zu klären gilt.

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Allgemein kann man sagen, dass der Verlauf der Geschichte durchaus nachvollziehbar und unterhaltsam ist, so dass auch all diejenigen, die die entsprechende Edgar Wallace Episode nicht kennen, problemlos folgen können. Zudem ist durch die Einführung zu Beginn der Geschichte eigentlich auch schon mehr oder weniger klar, in welche Richtung der Plot laufen wird, offen bleibt dabei vorallem auf welche Art und Weise es zum Zieleinlauf kommt. Die Sprecher gefallen mir allesamt eigentlich ganz gut, nur der Ton ist manchmal etwas schwer zu verstehen. Klar, es wurde hier in einer Villa aufgenommen und das erklärt auch warum der Ton manchmal etwas dumpf klingt und die Stimmen unangenehm hallen. Das erinnert mich spontan an „Das Lufer Haus“ von Kai Schwind, das ebenfalls an einem authentischen Ort aufgenommen wurde. Ich kann mich nicht mehr haargenau erinnern, aber spontan würde ich sagen, dass der Ton dort etwas besser war. Aber man kann eben nicht alles haben, in jedem Fall bekommen Hörerinnen und Hörer ein außergewöhnliches Hörerlebnis serviert, das trotz der 152 Minuten Laufzeit zu keiner Zeit langweilig wird. Durchweg andauernde Unterhaltung in gutem Erzähltempo würde ich sagen. Bei einer soligen Edgar Wallace Vorlage kann man, was den Plot angeht, auch nicht zu viel falsch machen.

Alles in allem würde ich sagen, dass man mit der Kooperation mit dem Imperial Theater eine gute Neuerscheinung im Hause Zaubermond auf den Markt gebracht hat, die sicher ihre Anhänger finden wird. Ich für meinen Teil würde mich jedenfalls über weitere Erscheinungen dieser Art freuen und hoffe daher, dass das Konzept Früchte tragen wird.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung:  (3,5)
Charaktere:
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover:
Emotion: 
 
22,5 Punkte = Hörspaß

Cover: © Zaubermond

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