Sherlock Holmes & Co (11) – Ein Fall vom Kontinent
Written by Daniel Fröhlich |
 
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In der elften Folge der Reihe „Sherlock Holmes & Co“ ist wieder der Londoner Meisterdetektiv höchst persönlich mit von der Partie. Ein Fall der recht simpel beginnt, entwickelt sich zu einem deutlich komplexeren Problem als zunächst angenommen und führt Sherlock und seinen Freund Dr. Watson schließlich übers Meer aufs Europäische Festland.

Alles fängt relativ simpel an: Holmes, Watson und Inspektor Gray lauern im Keller eines Juweliers ein paar Ganoven auf und diese gehen Ihnen auch prompt ins Netz und ergeben sich ihrem Schicksal ohne einen Anflug von Gegenwehr. „Das war zu einfach“ ist Sherlocks erster Gedanke, er ist überzeugt, dass der Einbruch von einer anderen Aktion ablenken sollte. Ab diesem Punkt folgen Wendungen Schlag auf Schlag, plötzlich geht es um Raubkunst und letztlich dann doch um wichtige Dokumente, die einen Krieg auslösen können. Schließlich verschlägt es das Duo nach Frankreich, wo sie auf keinen geringeren als Auguste Dupin treffen, der ebenfalls an dem verzwickten Problem arbeitet.

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Man kann sagen, dass man den Hörerinnen und Hörern mit der elften Folge ein sehr wirres und verschachteltes Problem vorsetzt. Ich musste mir die Geschichte mehrmals anhören, um bei diesem Wirrwarr durchzublicken. Man setzt fortwährend immer wieder eins oben drauf und verkompliziert die Geschichte dadurch, wie ich finde, unnötig stark. Ständig werden neue Charaktere und Verdächtige eingeführt an denen Holmes seine Deduktionssperenzchen vorführen kann. Das Gesamtkonstrukt wirkt alles in allem sehr konstruiert und wenig überzeugend. Ich muss sagen, die Spielzeit von etwa 70 Minuten hat sich für mich sehr gezogen. Die Sprechrollen sind gut besetzt, allerdings ist der Sherlock Holmes, den Charles Rettinghaus hier verkörpert, alles andere als nach meinem Geschmack. Er ist zwar auch die Synchronstimme von Robert Downey Jr. in den Sherlock Holmes Filmen, aber seine überspitzte Art in diesem Hörspiel, die teilweise schon ins unangenehm Schwülstige ausufert, gefiel mir gar nicht. Auch die Art und Weise wie Sherlock Holmes Auguste Dupin glorifiziert, ist meiner Meinung nach absolut unpassend. Rettinghaus' Leistung in diesem Hörspiel steht allen Hörspiel Sherlocks, die ich bisher hörte, deutlich nach (z.B. Peter Pasetti, Christian Rode, Joachim Tennstedt). Das wird aber noch deutlich von Sylvie Nogler als Mrs. Hudson getoppt, ihre Art Sätze zu betonen ist meiner Meinung nach eine einzige Katastrophe. Die Qualität der Dialoge ist nicht auf höchstem Niveau, manchmal hatte ich das Gefühl, dass das Gesprochene nicht 100%ig zusammenpasst. Dies kann möglicherweise daher rühren, dass die Sprecher einzeln aufgenommen und die Aufnahmen erst hinterher zusammengemischt wurden. Die Musik ist einfach gehalten, aber passend, auch die Geräusche sind absolut OK. Das Ende der Geschichte ist dann aber abrupt und unbefriedigend. Man könnte fast meinen es sei Teil 1 eines Mehrteilers, was aus dem Klappentext oder dem Titel der Folge allerdings nicht hervorgeht.

Wie gesagt, ein sehr konstruiert wirkender und verworrener Fall, der mich nicht wirklich überzeugen konnte und sich deutlich in die Länge zog ohne am Ende eine befriedigende Erklärung der aufgeworfenen Fragen zu liefern. Vor allem was den Plot angeht ein eher unterdurchschnittliches Hörspiel und deutlich schwächer als Folge 10.

 

Unsere Bewertung:

 

Sprecher:  (3,5)

 

Handlung: (1,5)

 

Charaktere:

 

tech. Umsetzung:

 

Cover:

 

Emotion: (2,5)

 

 

17,5 Punkte = Durchschnitt

 

Cover: © high score music

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