Die Weisse Lilie – Tödliche Stille – Kapitel 2
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Nach ihrem fulminanten Start geht „Die Weisse Lilie“ in die zweite Runde oder besser gesagt ins zweite Kapitel. Wer meine letzte Renzension gelesen hat, wird wissen, dass ich für den ersten Teil Feuer und Flamme war, entsprechend groß sind meine Erwartungen an die Fortsetzung! Also nichts wie reingehört …

Nach einem Rückblick und einer musikalischen Einleitung beginnt das Hörspiel mit dem Handlungsstrang rund um Daniel Porter, der sein Hotel für ein geheimes Treffen verlässt. Er gerät wieder an den gleichen Taxifahrer, der ihm allerhand Details über die politischen Verhältnisse im Kongo schilder. Das Treffen läuft nicht so glimpflich ab wie geplant und wieder sieht sich Porter in einer brandheißen Situation. Henry Miles und sein neuer Partner sind unterdessen mit ihrem Mordfall beschäftigt; der einzige Hinweis: ein Zettel in der Hand des Toten. Etwas scheint damit allerdings nicht zu stimmen und wahrlich birgt das Dokument eine kodierte Nachricht, die die Polizisten auf eine Schnitzeljagd durch Bosten führt an deren Ende sie eine unerwartete Situation erwartet. Zwar kommen sie in ihrem Fall ein Stück weiter, tendenziell nimmt die Zahl der offenen Fragen aber eher weiter zu.

 

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Das erste was ich tat, nachdem das Hörspiel verklungen war, war einen Blick auf die Uhr zu werfen. Denn mit etwas mehr als 37 Minuten kommt der zweite Teil der Weissen Lilie sehr kurz daher. Qualitativ gibt es eigentlich wenig einzuwenden, Geräuschkulisse und Musik sind auf dem gleichen Niveau wie der Erstling und auch die Sprecherleistung ist nachwievor sehr gut. Die Story ist kurzweilig und weiß den Hörer bei Laune zu halten, was bei der recht kurzen Spielzeit allerdings auch nicht allzu schwer ist. Der erste Hinweis der verschlüsselten Botschaft war vielleicht einen Tick zu einfach zu durchschauen, so dass ich den beiden Detectives hier nicht abgekauft habe, dass sie so auf dem Schlauch stehen können. Ansonsten gibt es, was Story und technische Details angeht, wenig anzumerken. Den Rückblick zu beginn empfand ich in Länge und Zusammenstellung optimal.

Dies wird wieder so ein Fall sein, bei dem sich viele Hörer über die Spieldauer aufregen. Ähnlich war es damals beim Goldagengarden, super Hörspiele innerhalb des Mehrteilers, aber sehr kurz. Natürlich sagte die andere Seite: „Ihr habt doch gewusst, wie lange die Spielzeit ist, also warum regt ihr euch auf. Ihr müsst es ja nicht kaufen.“ Dennoch wird das meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt sein, der viele vom Kauf abhält oder zurückschrecken lässt, was sehr schade wäre. Es ist wie mit dem Essen, man muss sich fragen, ob man einfach nur satt werden möchte, oder ob man ein wenig mehr in ein hochwertiges Essen investiert, das den Gaumen verwöhnt, aber eben nicht in gleicher Menge auf den Teller kommt. Wenn ich persönlich diese Entscheidung treffen müsste, wäre mir das Hörspiel wahrscheinlich auch zu kurz, zumal auch noch ein Rückblick enthalten ist. Vielleicht sollte man eher die Zahl der geplanten Folgen verkürzen und dafür ein wenig auf die Laufzeit drauflegen, das ist allerdings meine persönliche Meinung.

Wie bei Folge 1 auch dieses Mal handwerklich ein Top-Hörspiel mit guter Story, das allerdings etwas sehr kurz ausfällt, was mancheinem einfach zu wenig sein wird.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung:
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion:
 
26,5 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © Elevate Studios