Sherlock Holmes Chronicles (27) – Die drei Studenten / Die drei Kameraden
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Heute bekomme ich einmal eine Hörspielserie zur Rezension auf den Tisch, die ich bisher nicht auf dem Radar hatte, aber man kann ja schließlich nicht alles hören. Die Reihe „Sherlock Holmes Chronicles“ aus dem Hause WinterZeit bringt es bereits auf 30 Folgen. Bei einer solch anschaulichen Zahl an Folgen scheint der Rückhalt aus der Hörspielgemeinde entsprechend groß zu sein. Ich bin also gespannt auf diese neue Erfahrung!

Mit Folge 27 präsentiert man uns nicht nur einen, sondern zwei Fälle des Meisterdetektivs. Das Problem der drei Studenten wird dem erfahrenen Hörer von Kriminalhörspielen sicher nicht neu sein. Holmes und Watson weilen in einer Universitätsstadt als ein Dozent mit einem delikaten Problem an sie heran tritt. Die Unterlagen für eine wichtige Prüfung wurden durchwühlt. Drei Studenten, die im gleichen Haus wohnen, kommen als Täter in Frage. Ein Hinzuziehen der Polizei steht selbstredend außer Frage, da das Ansehen des ganzen Colleges auf dem Spiel steht. Wird es Holmes gelingen, den richtigen Studenten anhand der spärlichen Beweisstück zu identifizieren?

 

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Im zweiten Teil präsentiert man uns einen Fall aus der Feder Barbara Büchners, Watson selbst beschreibt diesen Fall zu Beginn als „rasch gelöst“ und erklärt zudem, dass er „keine Besonderheiten“ bot. Drei Offiziere wurden bei ihrem Saufgelage vergiftet, es scheint kein Motiv zu geben und die Köchin hat ebenfalls ein Alibi. Wer könnte einen Vorteil aus dem Tod der Rotröcke ziehen?

Was die Fälle an sich angeht, habe ich bei der ersten Folge der Reihe, die mir zugespielt wurde, nicht die komplexesten Probleme abbekommen. Die Kurzgeschichte „Die drei Studenten“ von Doyle ist ja nicht gerade als eine seiner besten bekannt und man hat auch nicht die größten Mühen die Lösung nach etwa der Hälfte der Geschichte zu durchschauen. Auch der zweite Fall ist, wie es Watson schon in seinen einführenden Worten andeutet, letztlich nicht sonderlich kompliziert, kann aber mit einer durchaus etwas überraschenden Auflösung aufwarten.

Wenn man, so wie ich heute, eine neue Sherlock Holmes Serie vorgelegt bekommt stellt sich immer die Frage, wie sind dieser Holmes und dieser Watson im Vergleich zu anderen Gespannen zu sehen? Ich muss sagen, mir persönlich gefallen Rode und Groeger einen Tick besser als Hagen und Jacobs … aber es ist ein enges Rennen. Tom Jacobs macht vor allem durch sein munteres Schildern der Geschichten eine tolle Figur und gefällt mir ausgezeichnet. Till Hagen kann man den exzentrischen Detektiv auch abnehmen, so dass er mir noch weit besser gefällt als beispielsweise ein Joachim Tennstedt oder ein Charles Rettinghaus. In Nebenrollen wusste mir vor allem Brigitte Carlsen als Gift verspritzendes Klatschmaul von einer Köchin zu gefallen. Es sei erwähnt, dass es sich bei der Produktion weder um ein Hörbuch noch um ein Hörspiel handelt, man spricht von einer „inszenierten Lesung mit verteilten Rollen, Geräuschen und Musik“. Ich muss sagen, ich hätte niemanden angegriffen, wenn man hier einfach von einem Hörspiel gesprochen hätte. Mag sein, dass man an Geräuscheffekten ein bisschen mehr machen könnte und man besetzt auch nicht jede Nebenrolle mit einem Sprecher, aber es ist dennoch eine äußerst umfangreich inszenierte Lesung, finde ich.

Was gibt es abschließend zu sagen? Die Produktion gefällt mir gut, die Sprecher ebenfalls. Die Fälle gehören sicher nicht zu den prickelnsten, so dass mich hier vielleicht nicht die ideale Einstiegsfolge erreicht hat, aber ich begrüße es, dass die hier verarbeitete „neue“ Geschichte von Barabara Büchner ein glaubwürdiger Fall ist und nicht vollkommen lächerlich oder unglaubwürdig so wie in manchen anderen Hörspielreihen die uns „neue Fälle“ präsentieren. Alles in allem eine Serie, in die ich gerne wieder herein hören werde.

 

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung: (3,5)
Charaktere:
tech. Umsetzung: 
Cover: (4,5)
Emotion:
 
23,5 Punkte = Hörspaß

Cover: © WinterZeit

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