Dark Mysteries (11) – Mörderisches Klassentreffen
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Ich habe schon so langsam das Gefühl mich zu wiederholen, aber ich habe auch dieses Mal wieder eine neue Serie auf dem Schreibtisch liegen. Auf der Hülle lese ich „Bitterböse Stories, Gruselatmosphäre, packende Action!“. Klingt erst einmal vielversprechend, hören wir also rein!

Die Psychotherapeutin Anke wird von einem Stalker aufs heftigste belästigt. Da kommt das anstehende Klassentreffen als eine willkommene Zerstreuungsmöglichkeit daher … sollte man meinen. Das Treffen, das obendrein in der alten Schule der ehemaligen Schüler stattfindet, startet recht ruhig. Doch dann beginnen Anwesende zu verschwinden und werden schließlich tot aufgefunden. Obendrein ist plötzlich der Ausgang versperrt. Welcher der Anwesenden hat eine offene Rechnung mit dem Rest zu begleichen und was für ein Motiv muss das sein, dass er sich nicht davor scheut die grausamsten Foltermethoden anzuwenden?

 

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Das vorliegende Hörspiel aus der Feder von Markus Winter von WinterZeit unter Regie von Patrick Holtheuer (vielen wohl durch Audionarchie und MindNapping am besten bekannt) hat meines Erachtens einige starke Aspekte, aber auch ein paar Schwachpunkte. Der Ansatz der Geschichte mag zwar nicht sonderlich neu sein, aber man spannt einen sehr ordentlichen Spannungsbogen, der keine Durchhänger hat. Die Sprecherliste liest sich wie ein Traum und auch die Performance aller Beteiligten ist auf höchstem Niveau. Atmosphärisch gesehen macht in diesem Hörspiel meiner Meinung nach klar die musikalische Untermalung im Vergleich zu den Geräuscheffekten den Hauptausschlag. Die Schwachpunkte, die ich in dieser Produktion ausmache, sind eher mit der Handlung verbunden. Zum einen ist dieses Klassentreffen recht spärlich besucht, zumindest, wenn ich das mit meinen eigenen Klassentreffen vergleiche. Zum anderen hinkt der Plan des Mörders ein wenig, denn wie kann man denn garantieren, dass alle Ex-Schüler, die man hier einen Kopf kürzer machen will, auch wirklich kommen? Gar nicht, will ich meinen. Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist das sehr ausführlich geschilderte und auch sehr brutal-sadistisch ausfallende Zirkeltraining, das eines der Opfer durchlaufen muss. Ein Teil davon wird auch auf dem Rückentext der CD widergegeben. Für mich persönlich war das Ganze recht überflüssig und recht geschmacklos, aber ich bin auch nicht der Saw oder Hostel Fan. Ich kann mir daher denken, dass diese Szene bei den Hörern sehr stark polarisiert. Und letztlich ist die Identität des Täters, wie ich finde, etwas zu leicht zu durchschauen; zum einen ist der Stimmverzerrereffekt nicht vollkommen ausreichend, um die Wiedererkennung vollends zu durchkreuzen und zum anderen taucht nur eine einzige Person auf dem Treffen auf, bei der die Anwesenden rätseln, wer das denn eigentlich ist/war … wer mag das wohl sein? Das mögen zwar nur relativ kleine Punkte sein, aber es läppert sich.

Alles in allem ist „Mörderisches Klassentreffen“ ein handwerklich sehr gut gemachtes Hörspiel mit einem herausragenden Sprechercast. Die Handlung konnte mich hingegen nicht vollends überzeugen und hat meiner Meinung nach einige Schwachpunkte und bietet zudem einige polarisierende Aspekte, die nicht jedermanns Geschmack treffen werden. Fans der Reihe greifen sicher auch hier wieder gerne zu, für leichte Gemüter ist dies aber wahrscheinlich nicht die beste Folge zum Einstieg in die Serie.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: (2,5)
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung: 
Cover:
Emotion:
 
22 Punkte = Hörspaß

Cover: © WinterZeit

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