Blood Red Sandman
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Als ich höre, dass ich etwas über den Sandmann rezensieren soll, ist mein erster Gedanke: „Hoffentlich nicht wieder diese E.T.A. Hoffmann Klamotte, die schon x-fach mehr oder weniger atmosphärisch vertont wurde.“ Ein Blick auf das Cover verschafft schnell Klarheit, das ist dann wohl doch etwas ganz anderes … hören wir einmal rein.

Als einer von Tamaras Mitschülern unvorhergesehen verstirbt, sind die Klassenkameraden erst einmal sprachlos, wie kann ein Jugendlicher einfach an Herzversagen im Schlaf dahinscheiden. Doch es bleibt nicht bei diesem einen mysteriösen Tod. Bald streckt die ungreifbare Gefahr ihre Krallen auch nach anderen Schülern der Klasse und nach in anderer Form an dem Fall Beteiligten aus. Als Tamaras Vater von einem Geistlichen erfährt, dass der Sandmann hinter den Toden steckt und es sich bei ihm nicht um die nette Märchenfigur aus dem Kinderfernsehen, sondern um einen dreitausend Jahre alten Dämon handelt, glaubt er natürlich zunächst, es mit einem Spinner zu tun zu haben. Eine folgenreiche Begegnung in seinem Traum belehrt ihn jedoch eines Besseren. Die alles entscheidende Frage ist: „Wie kann der Herr der Traumwelt, der auf unschuldige Seelen aus ist, aufgehalten werden?“

 

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Ich muss sagen, die Grundidee für die Geschichte wusste mir durchaus zu gefallen. Dramaturgisch gut geplant, spannt sich ein guter Spannungsbogen vom Anfang bis zum Ende ohne sichtbare Durchhänger. Das Ende hätte für meinen Geschmack allerdings etwas spektakulärer ausfallen können, ein episches Duell in der Traumwelt mit mehreren harten Ballwechseln war es leider nicht. Auch der Cast ist nicht wirklich ausgeglichen, neben routiniert-professionellen Darbietungen finden sich auch sehr laienhafte Leistungen. Atmosphärisch hätte es teilweise auch etwas mehr sein Können, die Bedrohung ist zwar spürbar, aber an manchen Ecken fehlt einfach etwas. Zum Beispiel ist die Schulklasse mit der Handvoll an Schülern nicht sonderlich glaubwürdig inszeniert.

Das Hörspiel ist neben der Doppel-CD auch als „Hörspiel-Film“ auf DVD erschienen, wobei das Hörspiel hier durch entsprechende Bildeindrücke unterstützt wird. Allerdings kann ich, da ich die DVD nicht gesehen habe, nichts dazu sagen, ob dies zu einer merklichen Verbesserung der Atmosphäre beiträgt. Aus reinem Bauchgefühl heraus wird es allerdings kaum schaden. Mein persönliches kleines Highlight war die „Sound of Silence“ Performance als Duett von Andrew “Ski King” Witzke und Chiara Haurand. Man sollte sich überlegen, hier noch eine Single aufzulegen.

Alles in allem wird der Hörer hier mit einer interessanten und gut durchdachten Geschichte unterhalten. Die Produktion hat allerdings an der einen oder anderen Stelle leichte Unebenheiten, die man noch etwas hätte abfeilen können. Insgesamt aber dennoch ein kurzweiliges und gutes Hörerlebnis.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: 
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover:  (4,5)
Emotion: (3,5)
 
22 Punkte = Hörspaß

Cover: © Wolfy Office