Ivar Leon Menger: Plan B
Written by Adriane Haussmann |
 
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Finn ist Student und lädt nach jahrelanger Funkstille seine Eltern zu sich nach Hause ein. Doch die gewünschte Aussprache verläuft anders als geplant und so sitzen die Eltern bald gefesselt und geknebelt auf der Couch im Wohnzimmer. Im Schlafzimmer nebenan sitzt die Geliebte seines Vaters auf einem Stuhl festgebunden und Finns Freund Mad kommt früher nach Hause als gedacht. Er ist es, der schließlich beim Anblick der Gefangenen beinahe durchdreht.

Plötzlich ist aus dem geplanten Wiedersehen ein Chaos geworden, bei dem bereits nach wenigen Minuten die erste Person erschossen wird. Es folgt Opfer Nummer zwei und drei. Ist das der perfekte Mord?

 

Es hat lange gedauert bis „Plan B“ endlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. Zuerst als Drehbuch gedacht, dann über 10 Jahre in einer Schublade verstaut und schließlich als Hörspiel zum Leben erweckt, zieht die Geschichte einen magisch in ihren Bann.

Der Hörer weiß zu Beginn nur, dass es einen perfekten Mord geben soll, doch bei allem Weiteren bleibt er im Dunkeln stehen. Wir hören wie das Gespräch zwischen Finn und seinen Eltern außer Kontrolle gerät, wie die gegenseitige Wut und Enttäuschung steigt und nachdem schließlich tatsächlich der erste erschossen wird, weiß man gar nicht mehr weiter. Wer will hier eigentlich wen töten? Und wie soll hier ein perfekter Mord noch seinen Platz finden? Egal wie sehr der Hörer auch Miträtselt, ich bin sicher, dass man nicht vor Ende auf die Lösung kommt und dann Staunend zuhören wird.

Aber nicht nur die intelligente Story und die beeindruckende psychologische Kriegsführung in den Dialogen werten das Hörspiel auf, sondern auch die Sprecher. Mit u.a. Simon Jäger und Udo Schenk eine echte Topbesetzung, die den einzelnen Charakteren Leben einhaucht und sie so glaubwürdig erscheinen lässt. Auch die Geräuschkulisse klingt wie sie in einem guten Hörspiel klingen soll. Man erkennt die Geräusche, man spürt die Atmosphäre und die Räumlichkeit.

 

Was ein wenig stört, ist der Teil als die alte Plattensammlung angehört und man mit ein paar Musikfetzen bombardiert wird. Sie sprechen zwar für die Stimmung, aber unterbrechen in diesem Moment irgendwie auch die Handlung.

Dafür ist der Moment als man gesagt bekommt, was man auf YouTube suchen soll, um einen Teil des Hörspiels zu finden und man tatsächlich dann auch online Etwas findet, eine echte Wiedergutmachungund ein schöner Effekt das Hörspiel noch realistischer sein zu lassen.

Mit „Plan B“ hat Ivar Leon Menger tief und gekonnt in die Thriller-Kiste gegriffen und ein Hörspiel geschrieben, das einen über die gesamte Laufzeit von einer Stunde wirklich fesselt, ein pfiffiges Ende hat und gerne auch noch eine Weile so weitergehen hätte dürfen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher : 

Story: 

Aufbau: 

Atmosphäre: 

18 Sterne = hervorragend

Cover: © Lauscherlounge

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