MindNapping - Dopamin (06)
 
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Und in der Tat ist es so. Der Hörer steigt sofort mit einem Dialog zwischen Susan und dem Priester Harry ein. Sie beginnt von einer Affäre zu "beichten", in der sie, entgegen Harrys Einwürfen, zunehmend ins Detail geht. Die folgenden Überblendungen führen uns zu weiteren vier Augen-Gesprächen mit einem Arzt und ihrem Anwalt. Diese drei Gesprächspartner haben zweierlei gemeinsam, allesamt sind alte Freunde der Familie und unterstehen der Schweigepflicht gegenüber Patient/Klient bzw. dem Beichtgeheimnis. Mit jedem Dialog wird der Hörer mehr und mehr in die Hintergründe und Details dieser Beziehung zwischen Susen und dem namentlich ungenannten Partner eingeführt. Unterbrochen werden diese Szenen durch Rückblicke in denen es zuweilen ganz schön zur Sache geht, zumindest wenn man die Handlung mit anderen Hörspielreihen vergleicht.

 

Je nachdem wie empfindlich der Hörer ist, wird es dem einen oder anderen wie vertonte Pornographie vorkommen. Denn diese Beziehung von der uns Susan berichtet, war ein Zusammenspiel von Leidenschaft, Sex und Gewalt. Als Hörer bleibt man allerdings recht lange im Dunkeln, was die Frage angeht worauf diese zuweilen doch recht detaillierten und vulgären Schilderungen hinauslaufen sollen. Auf diese Weise gelingt es sehr gut Spannung aufzubauen und das Hörspiel hat keine Passagen, die sich unangenehm in die Länge ziehen. Zuletzt konnte ich mir noch vor dem Schluss dann doch schon denken in welcher Richtung des Rätsels Lösung liegt. Ich möchte aber nichts Entscheidendes vorwegnehmen.

 

Die Sprecher sind allesamt solide besetzt. Teilweise tauchen auch Sprecher auf, die man in den früheren Folgen bereits gehört hat, allerdings fällt dies nicht negativ auf zumal die Leistung sehr gut ist. Die Geräuschkulisse ist dezent gehalten und Musik allenfalls unterschwellig vorhanden. Dies harmoniert aber auch sehr gut mit der schlichten Umsetzung des Hörspiels an sich. Aber wie bereits gesagt wird die Art der Story, die sich zuweilen deutlich unter der Gürtellinie abspielt, dem einen oder anderen nicht behagen, so dass Hörer, die ruhigere Hörspielkost à la Lady Bedfort oder Sonderberg bevorzugen, hier keinesfalls auf ihre Kosten kommen werden.

Ich stehe somit vor dem Problem, dass dieser spezielle Punkt sich in meiner Bewertung mit einem gewissen Abstrich niederschlagen muss. Da Sprecher und Aufbau sehr gut waren, muss ich diese „vulgäre Note“ in den Punkten Story und Atmosphäre (in der es dann doch am deutlichsten zur Geltung kommt) berücksichtigen, an dem „gut gelungen“ kommt man aber auch auf diese Weise in keinem Fall vorbei. Alles in allem ein spannendes, aber auch sehr unkonventionelles Hörvergnügen.

 

Unsere Bewertung:

 

Sprecher : 

Story: 

Aufbau: 

Atmosphäre: 

 

13 Sterne = gut gelungen

Cover: © Audionarchie

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