Tom Shark – Das Hotelgespenst
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Ein neuer Meisterdetektiv feiert seinen Einstand auf dem Hörspielparkett … Tom Shark wird von dem Label Marctropolis ins Rennen geschickt. Die Krimi-Szene ist ein heiß umkämpftes Pflaster, in dem sich bereits einige Serien etabliert haben. So zum Beispiel Lady Bedfort und diverse Versionen des Londoner Meisterdetektivs Sherlock Holmes, aber auch Pater Brown, Doktor Friedrich Sonderberg und die Denkmaschine Prof. Van Dusen liefern, der eine mehr der andere weniger regelmäßig, ihre kriminologischen Kabinettstückchen ab. Da haben es Neulinge reichlich schwer eine Lücke zu finden, um wirklich zu landen muss man mit einer neuen Serie das Genre fast schon neu erfinden.

Der Detektei Sonderberg, die im Düsseldorf des 19ten Jahrhunderts angesiedelt ist, ist das recht gut geglückt. Anderen wie beispielsweise einem Butler Parker erging es dagegen deutlich schlechter … dort scheint nach Folge 3 bereits Schluss zu sein. Aber bevor wir Tom Shark die Daumen für sein Debut drücken, stellt sich die Frage: Wer ist Tom Shark?

 

Diese Frage wird im Intro des Hörspiels, das als Rundfunkmeldung daher kommt, beantwortet: Tom Shark, der unübertroffene Meisterdetekitv, ist in Begleitung seines Gefährten Dr. Strong und seines Hausdieners Bill aus den Vereinigten Staaten nach Berlin, die Heimatstadt seiner Mutter, zurückgekehrt, um sich zur Ruhe zu setzen. Doch der Ruhestand muss ersteinmal warten, denn kaum in Berlin angekommen, tritt man auch schon mit einem Fall an Shark heran. Mysteriöse Hoteldiebstähle suchen seit einiger Zeit eines der größten und angesehensten Londoner Hotels Heim. Das riecht nach einem Problem für Tom Shark und er fackelt auch nicht lange und übernimmt den Fall. Natürlich ist Shark auch ein Meister der Verkleidung und steigt unter falscher Identität mit seinem Compagnon im Londoner Spitzenhotel Bristol ab. Doch zunächst scheint es so als könnte das ominöse Hotelgespenst den Detektiv leicht in Schach halten, denn Shark selbst wird seiner Brieftasche beraubt. Hat er sich übernommen oder kann er dem Täter bzw. den Tätern doch noch auf die Schliche kommen? Nach und nach kommt das „dynamische Duo“ den Schuldigen doch noch auf die Spur, aber ehe sie es sich versehen, befinden sie sich in einer tödlichen Falle!

 

Soviel zur Story, aber wie ist Tom Shark nun im Kontext zur übrigen Krimi-Landschaft zu bewerten? Haben wir es mit einem 0815-Krimi zu tun oder mit einer neuen und innovativen Idee, der man eine Chance geben kann? Für meine Begriffe gilt ganz klar letztere Aussage! Tom Shark beruht auf einer deutschen Romanheftchen-Serie der Vorkriegszeit und ist entsprechend in den Zwanzigerjahren angesiedelt. Diesen Umstand fängt man sehr schön ein, die Musik ist von ihrer Art her prima der Zeit angepasst und ich persönlich fühlte mich wirklich in die 20er versetzt. Der Soundtrack kann allerdings auch noch ein wenig mehr Variationen vertragen. Zudem sei erwähnt, dass das Hörspiel in einem sogenannten „Headphone Surround 3D“ erklingt und in der Tat war es einige Male doch wunderbar wie die Geräusche mal von links hinten und dann wieder von rechts kamen und so ein dreidimensionales Hörerlebnis zu Wege brachten (also falls Kopfhörer vohanden sind auf jeden Fall auch verwenden).

Von Sprecherseite gibt es nicht das Geringste an Kritik zu äußern. Neben den Hauptrollen, die von Gordon Piedesack und Santiago Ziesmer verkörpert werden, hat man auch in den Nebenrollen nicht an Qualität gespart. So sind dort ebenfalls große Namen wie David Nathan oder Helmut Krauss zu hören. Man kann sagen, dass das Hörspiel einen ganz individuellen Charme versprüht, der sich auch positiv auf die Gesamtatmosphäre auswirkt. Man darf hier allerdings keinen bierernsten Krimi erwarten, das Ganze ist eher humorvoll angelegt und Tom Shark ist eher die Karikatur eines Detektivs. Man nimmt sich nicht zu ernst und das kommt bei mir persönlich ganz gut an. Außerdem funktioniert es hier, meines Erachtens nach, besser als bei einem Butler Parker, der für meinen Geschmack zu gewollt und zu überspitzt daher kam. Dort war auch die Tonkulisse zuweilen sehr „cartoonhaft“ (falls das ein Wort ist), dies ist hier nicht so heftig ausgefallen. Den einen oder anderen wird es vielleicht stören, dass Shark ständig irgendwelche Anglizismen (zumeist einzelne Worte) in seine Texte einbaut, aber das gehört einfach zu der karikaturesken Darstellung seines Charakters dazu. Die Geschichte ist grundsolide, aber man muss doch sagen, dass das Hörspiel vorallem von seiner Atmosphäre und seinem individuellen Charme lebt.

 

Alright, welches abschließede Fazit kann man diesem Hörspiel geben. Tom Shark erschließt, was die zeitliche Umgebung angeht, eine neue Nische im Krimi-Genre, yes indeed! Was Sprecher und die technische Umsetzung angeht, gibt es nichts zu meckern, oh no Sir! Man kann zusammenfassend sagen: Unterhaltsame, kurzweilige Krimikost, die sich selbst nicht zu Ernst nimmt und durchaus zu unterhalten weiß. Die beiden nächsten Folgen sind bereits angekündigt and I hope, dass man den Standard wird halten können. Lehnen wir uns zurück und stecken uns erst einmal eine Ägyptische an, um den ersten Fall des amerikanischen Meisterdetekitvs zu feiern.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher : 

Story: 

Aufbau:

Atmosphäre:

17 Sterne = hervorragend

Cover: © Marctropolis

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