Vicki Baum: Menschen im Hotel
Written by Adriane Haussmann |
 
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Es ist wie eine Zeitreise! Am 24. Januar 2013 wäre die Schriftstellerin Vicki Baum 125 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Geburtstags wurde ihr Werk „Menschen im Hotel“, das ursprünglich 1929 von ihr geschrieben wurde, und 1958 erstmals als Hörspiel erschien, wieder neu veröffentlicht.

Wir reisen in die Goldenen 20er Jahre zurück und landen am Empfang eines Berliner Grand Hotels. Die Empfangsdamen verbinden, die Schreibmaschinen klappern, die Telefone klingeln. Zu Gast sind derzeit unter anderem die Tänzerin Grusinskaja mit ihrer Zofe, der Herr Baron von Gaigern, der Generaldirektor Preysing und der Buchhalter Otto Kringelein. Sie alle haben sich zwar das selbe Hotel ausgesucht, doch aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Während die Ballerina bezüglich eines Auftritts gastiert und mit Müdigkeit und Verzweiflung zu kämpfen hat, die mit zunehmendem Alter immer häufiger auftritt, ist der Baron von Gaigern eher auf der Suche nach einem neuen Opfer, das er finanziell erleichtern kann.

Nach Geld sucht auch der Generaldirektor Preysing, der versucht wichtige Vertragsunterzeichnungen zu realisieren, um nicht Haus und Hof zu verlieren. Ausgerechnet sein Angestellter Otto Kringelein trifft auf ihn im Grand Hotel, doch dieser hat ganz anderes im Sinn. Denn ihm läuft die Zeit davon und er versucht die letzten Tage seines Lebens luxuriös zu verbringen und einmal das zu genießen, was ihm zu Lebzeiten bisher verwehrt blieb.

So kreuzen sich die Wege der Gäste und werden mehr miteinander verwoben als man es zu Beginn erahnen mag. Der Höhepunkt gipfelt sich in einer Katastrophe!

 

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Zu Beginn denkt man bei „Menschen im Hotel“ würde es sich um eine nette Erzählung handeln, doch schnell wird klar, dass das Hörspiel ein Portrait der damaligen Zeit ist. Es regiert der Schein, um Titel und Berufe, doch die politische Situation des Landes macht seinen Bürgern zu schaffen.

Die Produktion des heutigen Südwestrundfunks lässt bereits verstorbene Sprecher in dem 82-minütigen Hörspiel auferstehen und so ist es wirklich eine Zeitreise in die Zeit in der nicht nur Vicki Baum noch fleißig schrieb, sondern auch Paul Dahlke und Erik Schumann vor der Kamera standen. Die Geräuschkulisse lässt einen direkt Bilder dieser Epoche vor Augen erscheinenund auch das Cover bringt einen in die richtige Stimmung. Zusätzlich bietet ein ausführliches Portrait im Bookletinneren weitere Informationen über die Autorin und deren Leben.

Warum der Hörverlag dieses Hörspiel als Hörspieljuwel bezeichnet, wird einem klar, wenn man das Stück gehört und die letzten Töne verklungen sind. Eine wundervolle Veröffentlichung, die technisch an unsere heutigen Ansprüche angepasst wurde und dennoch den Charme der damaligen Zeit nicht verloren hat.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher :

Story:

Aufbau:

Atmosphäre:

15 Sterne = gut gelungen

Cover: © Hörverlag

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