Jan de Leeuw: Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus
Written by Adriane Haussmann |
 
Font size decrease font size increase font size
Rate this item
(0 votes)

Gewisse Szenarien lösen bei uns gewisse Assoziationen aus. So denken wir bei Männern mit Rosen an Dates, bei weißen Brücken in Parks an romantische Abende bei Mondschein und bei Leichen an Kühlhäuser.

Ja, eigentlich landen Verstorbene in der Pathologie, aber mit Sicherheit nicht im Kühlhaus eines Metzgers, doch genau dorthin verschlägt es die Leiche in „Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus“, aber fangen wir doch einmal von vorne an.

Jonas ist ein gesunder Teenager. Er hat eine kleine Schwester, einen Vater in der Psychiatrie und eine tote Mutter im Schlafzimmer. Aber was jetzt tun? Kurzerhand beschließt Jonas seine Mutter ins Kühlhaus der väterlichen Metzgerei zu schaffen und allen zu erzählen sie wäre mit ihrem neuen Freund Schrödinger – wie eigentlich der Familienkater heißt - verreist. Hauptsache die kleine Schwester kann glücklich ihren Geburtstag feiern.

Doch es bleibt nicht bei diesen Schwierigkeiten, denn die Chefin seiner Mutter rückt Jonas auf die Pelle. Denn seine Mutter ist die Kummerkastentante Dr. Linda und soll gefälligst ihrer Arbeit nachgehen. Also übernimmt Jonas den Job gleich mit – mit mehr oder weniger Erfolg. Denn plötzlich steht Heleen vor der Tür und fordert persönliche Hilfe von Dr. Linda. Fliegt jetzt alles auf?

 

Vorbesteller_300x250

 

Wow, was ist denn hier los? Man denkt direkt zu Beginn, dass es hier ein wenig anders zur Sache geht als normal. Jonas wendet sich direkt an den Hörer bevor er beginnt seine Geschichte zu erzählen, die immer kurioser wird. Insgesamt kommen drei Sprecher zu Wort, die verschiedene Perspektiven in der Erzählung übernehmen.

So erlebt der Hörer nicht nur den schnellen Ablauf der Erzählung, sondern auch Abwechslung durch verschiedene Stimmen. Dadurch nimmt das gesamte Hörbuch ziemlich an Fahrt auf, aber seien wir genau. Eigentlich ist es eine szenische Lesung, denn viele Szenen sind mit einer Geräuschkulisse unterlegt, allerdings manchmal so, dass man dabei richtig zusammenzuckt, da es so plötzlich ertönt wie zum Beispiel das Piepen des Computers.

An sich ist die Geschichte tragisch, dennoch kommt ein richtig tragisches Gefühl nicht auf. Dafür wartet viel zu viel blanke Ironie und Sarkasmus auf den Hörer, durch die die schlimmsten Situationen urkomisch dargestellt werden.

Alles in allem wäre Jan de Leeuws „Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus“ ein amüsantes und interessantes Werk, wenn der seltsame Beginn und dasziemlich unbefriedigende Ende nicht wäre. Aber abgesehen davon kann man sich das Werk einmal anhören, darf sich aber nicht wundern, wenn die Fragezeichen im Gesicht von Minute zu Minute mehr werden. Also wer mit einem Ende und 125 Fragezeichen im Gesicht leben kann, der darf unbeschwert zu diesem Werk greifen.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher : 

Story:

Aufbau: 

Atmosphäre:

11 Sterne= akzeptabel

Cover: © Oetinger

Jetzt bei audible downloaden

oder


Tagged under