The Return of Captain Future - Nerven aus Stahl (4)
Written by Martina Ernst |
 
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Kann ein Roboter Depressionen bekommen? In „The Return of Captain – Nerven aus Stahl“ redet sich die erste Schöpfung von Captain Futures Eltern, Roboter Grag eine Psychose ein. Können Captain Future, Otto und Simon den besorgten Grag von seiner eingebildeten Krankheit heilen? Ein empfindsamer, leicht erregbarer Roboter kann ziemlich viel Unheil anrichten.   

Grag hat ein Fernsehspiel gesehen, in dem ein Mann dem Wahnsinn verfällt. Der Satz „Das könnte auch Ihnen passieren!“ verfolgt ihn seitdem. Heimlich sucht er den Psychologen Dr. Perker in New York auf. Der Doktor ist von seinem seltsamen Kranken überfordert, versucht es sich aber nicht anmerken zu lassen. Er gibt Grag den Rat, sich eine zeitlang an einem weit entfernten Ort, fern von Menschen aufzuhalten. Als Captain Future den desolaten, seelischen Zustand seines Freundes und die Gefahr, die von ihm ausgeht, erkennt, schickt er ihn zu einer wichtigen Mission auf den vierten Mond des Planeten Pluto Dis. Aus einem unerfindlichen Grund haben die Arbeitsmaschinen nicht die Container beladen. Grag soll den Grund dafür herauszufinden. Niemand von der Future-Crew ahnt, mit welchen Herausforderungen sich Grag auf dem kleinen Mond herumschlagen muss.

 

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Die vierte Episode der "The Return of Captain Future"-Hörspielserie überrascht mit einer skurrilen, sehr humorvollen Handlung. Wie der ein oder andere Mensch, so entpuppt sich auch Grag als liebenswerter Hypochonder. Er leidet unter dem Spott von Simon und Otto und will von niemandem Roboter genannt werden. Schließlich ist er ein künstlicher Übermensch mit großer Kraft und Intelligenz, unentbehrlich in der Future-Crew und für seine Heldentaten bekannt. Grag ist der zarte und empfindsame Typ und reagiert auf jedes falsche Wort. In seiner Wut könnte er Otto leicht zerquetschen. Der kann es nicht lassen, ihn auf den Arm zu nehmen. Ein bisschen fühlt man sich als Zuhörer versetzt in die Schulzeit, wo dieses Geplänkel an der Tagesordnung war und die provozierten Schüler ein sehr dickes Fell haben mussten. Captain Future erkennt die Situation und findet einen galanten Ausweg, in der Hoffnung, dass Grag mit ein bisschen Abstand wieder normal wird. Ein zwei Meter großer, kräftiger Roboter mit Minderwertigkeitskomplexen bietet viel Stoff für eine amüsante Geschichte. Auf dem Mond Dis muss Grag seine Intelligenz beweisen und sich aus einer kniffligen Lage manövrieren. Gegenüber den riesigen Arbeitsmaschinen kommt er sich wie ein Liliputaner vor. Sehr hilfreich für seine Genesung. Höhenflug ade. Plötzlich ist nicht er mehr der Riese, sondern seine Gegner. Die Geschichte hat zwei weitere Highlights parat. Ottos und Grags Haustiere tauchen in den Nebenrollen auf. Der Zuhörer erfährt, wie Captain Future zu seinem Spitznamen gekommen ist.

„Nerven aus Stahl“ unterscheidet sich sehr von anderen Episoden der Hörspielserie, die mehr auf Action fokussiert sind. Zwar kommt auch hier Spannung auf, aber die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Grags Gemütslage. Eine gelungene Abwechslung, die tief in Grags Brennstoffzelle blicken lässt. Musik und Geräusche untermalen die Geschichte eher reduziert. Grag ist ziemlich sprachlos, als er durch einen kumpelhaften Schlag einer Arbeitsmaschine auf seinen Rücken sechs Meter weiter geschleudert wird. In die eine oder andere Szene hätte man durch passende Geräusche etwas mehr Pepp reinbringen können. Die Sprecher überzeugen allesamt. Allen voran Friedrich Georg Backhaus, der Grags vielfältige Emotionen unterhaltsam rüber bringt. Schauspieler Wolfgang Völz verleiht Ottos Provokationen den richtigen Schliff. Ein bisschen mehr Spielraum für die Haustiere wäre toll gewesen.

Gerade wenn es in der Geschichte um die Future-Crew geht, fehlen auf dem Cover und im Booklet die Gesichter/Gestalten der Hauptpersonen. Das goldene, große „F“ steht stellvertretend für sie. Im Booklet gibt es wie immer nur Werbung zu Serien und keine Infos. Dafür gibt die Kurzbeschreibung auf der Rückseite einen Einblick in die Story. Wer Grag mal ganz nah erleben will, liegt mit „The Return of Captain Future - Nerven aus Stahl“ richtig. Auch Helden dürfen Schwächen zeigen.      

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: (3,5)
Charaktere:
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover:
Emotion:

21 Punkte = Hörspaß

Cover: © HighScore Music

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