Mark Brandis – Raumkadett (1): Aufbruch zu den Sternen
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Aus dem Hause Folgenreich betritt eine neue Serie das Hörspielparkett. Nachdem nun verlautet ist, dass die „reguläre“ Mark Brandis Reihe auf ihr großes Final zusteuert und im kommenden Jahr abgeschlossen werden soll, hat man sich entschlossen Mark Brandis weiterhin als Zugpferd zu erhalten und präsentiert den Hörerinnen und Hörern nun die Abenteuer des jungen Brandis, also ein Prequel, wenn man so will. Die Produktion übernimmt, wie zuvor auch, wieder Interplanar (Redeker und von Weymarn). Als ich das so lese bin ich persönlich erstmal skeptisch, wird man die Qualität der „Mutter-Serie“ halten können?

Bei den frei erfundenen Sherlock Holmes Geschichten aus dem Hause Titania ist das meines Erachtens überhaupt nicht gelungen, auch wenn diese Serie gut zu laufen scheint, empfinde ich die Geschichten qualitativ nicht annähernd so gut wie die Doyles. Ich bin also gespannt, ob die Geschichten aus der Feder von Balthasar von Weymarn an das Original herankommen … ich hoffe es zumindest mal.

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Wir steigen zügig in die Handlung ein, der junge Brandis und ein älteres Mädchen brechen in ein Astronauten-Ausbildungszentrum ein. Diese Jugendsünde wirft ihn schwer zurück, denn nun rückt sein Traum vom Raumfahrerdasein in weite Ferne, steht er doch nun auf einer schwarzen Liste. Brandis fasst einen neuen Plan und schleicht sich mit nur 13 Jahren auf dem Frachter Barbarossa ein, um zur Venus zu gelangen und über Umweg doch noch zur Raumfahrt zu kommen. Aber natürlich bleibt der blinde Passagier nicht lange unentdeckt, was vorallem den Unmut des Captains mit sich bringt. Als die Barbarossa auf einer Gefängnisstation zwischenlandet, gerät die ganze Crew dann auch noch in eine gefährliche Situation, denn die Insassen haben das Kommando übernommen und bald steht das Leben der Besatzung auf dem Spiel. Wie sollen sie und Brandis da wieder rauskommen und wird der junge Weltraum-Verrückte sich dann auch noch irgendwie seinen Traum erfüllen können? Das sind Fragen, die ich an dieser Stelle offen lassen möchte.

 

So, was kann man also über diese neue Serie sagen? Technisch gut gemacht ist sie, keine Frage, aber das habe bei den Maßstäben, die man mit der normalen „Mark Brandis“-Reihe gesetzt hat, ich auch nicht anders erwartet. Also von Seiten der Klangkulisse und der Atmosphäre weiterhin top. Auch die Sprecher sind sehr gut besetzt, vorallem war es eine hervorragende Entscheidung, Michael Lott, den „erwachsenen Mark Brandis“, als Erzähler zu besetzten. Der junge Brandis, Daniel Claus, gefällt mir hingegen nicht ganz so gut. In meinen Augen ist der einzige Kritikpunkt die Story, das Ganze wirkt einfach etwas sehr weit hergeholt und über weite Strecken geschieht einfach nicht genug als dass mal richtig Zug in die Handlung kommen könnte. Die Spannung hielt sich bei mir auch auf einem eher verhaltenen Level. Aber man muss natürlich auch klar sagen, dass dies den Start in eine neue Serie darstellt und man erstmal etwas Aufbauarbeit leisten muss. Dennoch wirkt das Hörspiel von dramaturgischer Seite eher wie ein Jugendhörspiel und weniger wie Unterhaltung für Erwachsene. Das typische Jugendhörspiel-Merkmal liefert man dann auch noch zum Schluss, denn die Folge endet mit einem lauten Lachen aller Anwesenden wie es schon so oft treffend durch „Die Ferienbande“ verballhornt wurde.

Alles in allem gebe ich natürlich eine gute Gesamtwertung, denn was Sprecher, Atmosphäre und Technik angeht bewegt man sich auf sehr hohem Niveau. Die Handlung konnte mich, wie oben ausgeführt, nicht vollends überzeugen. Ich würde nicht soweit gehen zu sagen, dass wir es hier nur mit „Mark Brandis Light“ oder „Mark Brandis Kids“ zu tun haben, das wäre zu früh, aber handlungsmäßig und dramaturgisch kommt man an das Original nicht im geringsten heran. Warten wir ab, wie sich das Gefüge rund um den Raumkadetten weiterentwickelt.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung: (2,5)
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion:
 
22 Punkte = Hörspaß

Cover: © Folgenreich

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