Batman - No Man's Land (1) - Niemandsland
Written by Daniel Fröhlich |
 
Font size decrease font size increase font size
Rate this item
(0 votes)

Als ich die neue Batman Folge in Händen halte, habe ich etwas gemischte Gefühle. An den beiden vorhergehenden Mehrteilern gab es einiges, was mich gestört oder schlichtweg nicht überzeugt hat. Aber wie heißt es schön – Neues Spiel, neues Glück! Ich gebe dem dunklen Ritter nur zu gern noch eine Chance und bin gespannt, ob sich etwas seit den letzten Veröffentlichungen geändert hat.

Gotham City ist durch ein starkes Erdbeben schwer in Mitleidenschaft gezogen worden und liegt zu großen Teilen brach. Aber die Regierung denkt gar nicht dran, die Metropole mit einer Finanzspritze wieder auf die Beine zu bringen. Die traurigen Rekorde, die Gotham City in Sachen Verbrechen hält, veranlassen die Politiker in Washington stattdessen dazu, die Stadt zum Niemandsland zu erklären. Die Sprengung der Brücken und Verminung der Wasserwege schneiden Gotham City komplett von der Außenwelt ab. All diejenigen, die es nicht mehr geschafft haben die Stadt zu verlassen oder aus sonstigen Gründen geblieben sind, sind und auf sich alleine gestellt. Gesetze gibt es von nun an nicht mehr. Unterschiedliche Banden kontrollieren die verschiedenen Teile der Stadt und es ist klar, dass nur der Stärkere überleben und sich schließlich durchsetzen wird. Können Comissioner Gordon mit seiner spärlichen Polizeitruppe und Batman einen Funken Ordnung in diesem Chaos erhalten oder sind es die Superschurken wie der Joker, Two-Face oder der Pinguin, die die Macht an sich reißen?

 

Aktion 1 300x250

Als jemand, der weder die Comics gelesen noch eines der diversen Batman Videospiele gespielt hat, kann ich natürlich niemals sagen, ob die Vorlage gut getroffen ist oder nicht. Das Szenario, das man hier beschreibt, erinnert mich von der Grundstimmung ein wenig an den Film „Escape from New York“ (bzw. „Die Klapperschlange“). Eine Insel von der Außenwelt abgeschottet und was drinen vor sich geht, ist Sache der Insassen, dort war es Manhatten hier ist es Gotham City. An sich eine interessante Grundidee, die viele Möglichkeiten bietet. In der ersten Folge nimmt man sich sehr viel Zeit zu Erklärungen, die Charaktere einzuführen und so weiter. Auf den Erzähler entfällt hier, denke ich mehr als ein Viertel der gesamten Laufzeit, zumindest war das mein Eindruck. In jedem Fall war das etwas zu viel des Guten. Ich empfinde es zwar als positiv, dass Gordon Piedesack gegen Merete Brettschneider ausgetauscht wurde, die neben dem Erzählpart auch gleichzeitig die Rolle von Barbara Gordon alias Oracle (ehemals Batgirl) übernimmt. Dennoch wäre es meiner Meinung nach besser gewesen, wenn man den Charakteren etwas mehr Raum gelassen hätte, sich in ihrer Rolle zu entfalten und damit den gleichen Effekt zu erzielen, wie es lange Erzählerpassagen tun. Man reißt alles ein wenig an und geht meist nicht weiter ins Detail. Einzig Comissioner Gordon und seiner Polizeit fällt ein guter Teil des Hörspiels zu, ansonsten wartet man mit vielen Ortswechseln und Stückwerk auf und es passiert für meinen Geschmack etwas zu wenig. Was Sprecher und die Atmosphäre in Gotham City angeht, habe ich eigentlich nichts zu beanstanden, von dieser Seite eine sehr gute Produktion.

No Man's Land ist als Sechsteiler ausgelegt, daher kann man wohl verschmerzen, dass man in der ersten Folge viele Baustellen eröffnet ohne wirklich ins Deteil zu gehen und somit eher durch die Atmosphäre an sich als durch eine packende Handlung zu überzeugen sucht. Dies gelingt vorallem auf Grund der ellenlangen Erzählpassagen nur bedingt. Es verbleibt ein gerade noch leicht überdurchschnittlicher Gesamteindruck mit einigem an Luft nach oben … dennoch habe ich noch Lust auf mehr.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung: (2,5)
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung: (4,5)
Cover:
Emotion:
 
22 Punkte = Hörspaß

Cover: © high score music

Jetzt bei thalia bestellen

oder