»Mog, der vergessliche Kater« - der Bilderbuchklassiker von Judith Kerr jetzt endlich auch als Hörbuch! Anna Thalbach leiht den Bildern Ihre Stimme, um neue Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Gar nicht so einfach und eine tolle Gelegenheit sich einmal über die eigenen Haustiere zu unterhalten....

Audio-Kritiken.de: Liebe Frau Thalbach - wenn Sie wählen sollten, sind Sie eher ein Hunde- oder Katzenmensch?

Das ist eine schwierige Frage… Das kommt natürlich auch immer auf die Hunderasse an. Also, ich wäre garantiert nicht gern ein Windhund, das wäre mir alles zu anstrengend. Oder ein Jagdhund… Das finde ich bei Katzen natürlich so toll, weil die so faul sind. Und weil sie so eigenständig sind. Dieser Anarchismus von Katzen, den finde ich großartig. Ich glaube, bin eher ein Hund, aber ich wäre lieber eine Katze.

 

Audio-Kritiken.de: Haben Sie eine Erinnerung an ein Haustier, bei der Sie schmunzeln müssen?

Ich hatte als Kind einen Boxer, der hieß Max. Und Max hat sich immer enorm gefreut, wenn er alleine zu Hause bleiben musste und man ist wiedergekommen. Er holte sich dann immer vor lauter Freude aus unerfindlichen Gründen (er war da auch nicht sehr lernfähig) den Besen, nahm ihn ins Maul, blieb dann natürlich, weil der zu lang war, immer in der Tür stecken und rannte dann gegen den Besen und wollte ihn uns bringen. Das war ein unvergesslicher Anblick, der sich immer wiederholte; wo ich mich schon vorher darauf gefreut habe, nach Hause zu kommen und wieder Max in der Tür klemmen zu sehen, mit den wahnsinnigsten Geräuschen, die er dabei von sich gab. Ja, das war mein Max…

 

Audio-Kritiken.de: Worin liegt Ihrer Meinung nach die besondere Herausforderung in einer Umsetzung von Bilderbuch ins Hörbuch?

Wenn man ein Bild vor sich hat, dann ist die Vorstellung ja schon da wie es aussieht. Wenn man es nur hört, muss man die eigenen Bilder dazu entwerfen – es sein denn, man liest es dabei, guckt es sich dabei an. Wenn man es aber noch nie gesehen hat, sondern nur die Geschichte hört, dann entstehen die eigenen Bilder. Dann kann es sogar passieren, dass man enttäuscht ist, wenn man die richtigen Bilder sieht, weil im Kopf viel tollere Bilder entstanden sind. Dann muss man die Bilder eben mit der Stimme malen.

 

Audio-Kritiken.de: »Mog, der vergessliche Kater« ist ein Klassiker, der generationenübergreifend Fans besitzt. Haben Sie ein Bilderbuch, mit dem Sie besonders schöne Lesemomente verbinden?

Ich war ja eine richtige Leseratte, und als ich noch nicht lesen konnte eine Bilderbuchratte. »Ladislaus und Annabella«, das habe ich sehr geliebt. Das war ein Teddybär und eine sehr hübsche Puppe, und die waren ausgesperrt – Weihnachten! – vom Kaufhaus, und waren immer so traurig wenn sie in die Schaufenster geguckt haben, die so schön dekoriert waren. Und dann, irgendwann, hat sich ein Nachtwächter erbarmt und sie reingelassen, und dann waren sie auch Bestandteil des Schaufensters im Weihnachtsmärchen. Ach doch, das hab ich sehr, sehr geliebt, das konnte ich mir immer wieder angucken, ich glaube, bis ich 12 war.

 

Text: © DAV / Foto: © privat