26 Feb

Erhard Dietl über eine 25-Jährige Liebe

Es ist wie so oft im Leben, es kommt anders als man denkt. In diesem Fall ist dies allerdings gut - sehr gut. Als Erhard Dietel vor 25 Jahren die Olchis erfand, ahnte man nicht, dass die kleinen Kunstobjekte noch 25 Jahre später Kinder begeistern würden. Doch so ist es gekommen und es scheint noch ewig weitergehen zu können. wir habe den Erfinder einmal gefragt, wie denn solch ein Olchi-Jubiläum gefeiert werden sollte....

 

Audio-Kritiken.de:  Hätten Sie gedacht, dass die Olchis jemals so erfolgreich werden?
Nein, das war überhaupt nicht als Serie geplant, da gab es nur ein kleines s/w illustriertes Büchlein und zwei Jahre später dann ein zweites. Meine kleine Olchi-Welt hab ich dann nach und nach ausgebaut, als ich merkte, wie gut die Olchis bei den Kindern ankommen.

 

Audio-Kritiken.de:  Wie fühlen Sie sich, wenn Sie die Olchi-Produkte in den Geschäften sehen?
An so etwas gewöhnt man sich erstaunlich schnell, aber natürlich freue ich mich immer noch jedes Mal, wenn ich irgendwas Olchiges in den Buchläden entdecke.

 

Audio-Kritiken.de:  Können Sie uns beschreiben, wie die typische Olchi-Gefurtstagsfeier aussieht und, ob es zum 25. Jubiläum eine Besonderheit bei der Party geben wird?
Es wird sicher eine Menge krötige Aktionen geben. Der Oetinger Verlag hatte da wunderbar olchige Ideen.  Spiele, Lesungen, lustige Wettbewerbe und Gewinnspiele und sicher auch den einen oder anderen herrlichen Stinkerkuchen!

 

Audio-Kritiken.de:  Erinnern Sie sich noch an den ersten Geburtstag der Olchis und an ihre erste Geschichte?
Der erste Gefurztag war da gar nicht wichtig. Aber an das erste Buch erinnere ich mich natürlich, das gibt es ja immer noch und heißt „Die Olchis sind da!“ Diese erste Geschichte entwickelte sich auf Grund kleiner Bleistiftskizzen, die ich vorher von der Olchi-Familie gemacht hatte.

 

Audio-Kritiken.de:  Was motiviert Sie mit den Olchis immer weiter zu machen?
Die immer noch große Resonanz der Kinder , Kindergärten und  Schulen. Olchis sind in vielen Schulen Lektüre und schon viele Lesemuffel wurden dadurch zu Lesekindern, was mich sehr freut.

 

Audio-Kritiken.de:  Was war die ausschlaggebende Idee für die Olchis? Und was inspiriert Sie für neue Geschichten?
Ich wollte eine verrückte, improvisationsfreudige Müllmonsterfamilie zeigen, bei denen alles ein bisschen anders und in manchen Fällen  vielleicht sogar besser ist, als bei uns Menschen. Die Olchis als so eine Art entspannte Lebenskünstler. Bei den Olchis leben alle unter einem Dach, im behüteten Familienverbund. Sie singen, spielen, muffeln, und leben glücklich miteinander.
Die Mischung aus familiärer Geborgenheit und Freiheit in den Handlungen ist da sehr wichtig. Dazu kommt das Nachdenken über anders sein.  Es hat mit  Toleranz zu tun, mit dem Umgang mit Ungewohntem und Unerwartetem.
Die olchigen Eigenschaften in Verbindung mit  humorvollen und abenteuerlichen Geschichten machen mir immer noch große Freude und  regen die Fantasie an.

 

Audio-Kritiken.de:  Sprudeln Sie nach 25 Jahren immer noch so vor Ideen wie anfangs?
Es ist sogar  etwas einfacher geworden, da ich mich inzwischen wirklich gut auskenne in meiner Olchi-Welt.

 

Audio-Kritiken.de:  Welches Olchi-Buch mögen Sie persönlich am liebsten?
Welches seiner Kinder liebt man am meisten? Keine einfache Frage.  Natürlich mag ich alle Olchi-Bücher, aber ehrlicherweise liegt mir das allerneuste immer besonders am Herzen. Ich versuche ja auch jedes Mal besser zu werden.

 

Audio-Kritiken.de:  Gibt es für die jeweiligen Olchi-Charaktere Vorbilder im wahren Leben? Gibt es einen Olchi-Charakter, der Ihnen ganz besonders ans Herz gewachsen ist oder haben Sie Ihre Charaktere alle gleich gern?
Klar, ich kenne so Bastler wie den Olchi-Papa und wunderbare Köchinnen wie Olchi-Mama. Besonders den Olchi-Opa mag ich sehr. Er hockt am liebsten gemütlich auf dem Ofen und denkt sich Reime, Lieder und Lügengeschichten aus. In ihm kann ich mich selber ganz gut wiederfinden. Und ein Opa bin ich inzwischen ja auch schon geworden…

 

Foto:  © erhard-dietl.de