Maternus Millett: Alphacrash |
| Geschrieben von: Daniel Fröhlich |
| Donnerstag, den 07. Juni 2012 um 14:16 Uhr |
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Als er sich das Leben nimmt wird Esther völlig aus ihrem Leben entwurzelt, die Frage ob Herbert sich wegen ihr oder dem unerträglichen Arbeitsdruck umgebracht hat, lässt sie nicht in Ruhe. Ihr bleibt schließlich nichts anderes übrig, als sich selbst daran zu machen dem Finanz-Skandal auf den Grund zu gehen.
In diesem Roman werden stark verschiedene Genres miteinander vereint. Dadurch entsteht ein Gemisch aus Verschwörung, Selbstfindung und Erotik. Für meinen Geschmack funktioniert diese Mischung nur bedingt. Zum einen tauchen immer wieder Passagen auf, in denen die Protagonistin in langen Monologen über ihr Leben, das was alles schief gelaufen ist und ähnliches, philosophiert. Diese sind teilweise auch etwas ermüdend. Außerdem gibt Esther dem Hörer ausführlichen Einblick in ihr Sexualleben. In der Handlung gibt es immer wieder sexuelle Begegnungen und der Hörer bekommt so einiges von ihren anzüglichen und teilweise vulgären Gedankengängen zu hören. Es ist Geschmackssache, ob man dergleichen komplett ablehnt oder sich sowas durchaus mal anhören kann. Mir persönlich war es etwas zu viel des Guten. Vor allem auch gegen Ende der Geschichte als im größerem Maße Passagen auftauchen, die in meinen Ohren nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung von Finanz-Kauderwelsch sind. Ich habe zwar grundlegend Verstanden auf was man hinaus will, finde das Ganze aber dennoch eher langweilig, als dass sich bei mir der große AHA-Effekt einstellt. Mag sein, dass mir als Naturwissenschaftler für so etwas der Sinn fehlt. Auch die Handlung wird zum Ende hin stellenweise etwas sehr unglaubwürdig, wenn ich höre wie Geldpakete aus einem Hubschrauber abgeworfen werden und die Protagonisten ihre Lust bei hartem Sex im selbigen Luftfahrzeug stillt, kann ich nicht anders als den Kopf zu schütteln.
Als Fazit kann ich zwar nicht sagen, dass dieses Hörbuch einen völligen „Crash“ hingelegt hat, aber die Art und Weise wie der Autor hier derart unterschiedliche Genres verschmilzt, funktioniert in meinen Augen nicht sonderlich gut. Lange Monologe an vielen Stellen nehmen der Geschichte zusätzlich Tempo und wirkliche Spannung kam da nur bedingt auf. Zur Sprecherin Sylvia Frei kann man anmerken, dass sie einen soliden Job gemacht hat, aber auch keine neuen Maßstäbe setzt. Alles in allem eine eher durchschnittliche Produktion.
Unsere Bewertung: Sprecher : Story: Aufbau: Atmosphäre: 9 Sterne= anhörbar Cover: © Action Verlag oder |
